Die Eintracht Frankfurt – Akteur mit Ausstrahlung auf die Wirtschaft in der Mainmetropole

Die Frankfurter Eintracht hat wahrlich einen Lauf. Und das schon seit etwas längerer Zeit. Eine seltene Gelegenheit, den DFB-Pokal in den Händen zu halten, bot sich in einer Veranstaltung des IHK-Ausschusses für Informationswirtschaft Frankfurt am Main bei einem Vortrag von Axel Hellmann, Vorstandsmitglied, Eintracht Frankfurt Fußball AG.

Dr. Stefan K. Braun (links), Axel Hellmann, Vorstandsmitglied, Eintracht Frankfurt Fußball AG (rechts)

Die Frankfurter Eintracht ist Erfolgsmotor, Identifikation und Marke für Frankfurter Bürger und weit darüber hinaus. Axel Hellmann berichtete am 18.09.2018 in der Sitzung des Ausschusses Informationswirtschaft über wirtschaftliche Aspekte der Eintracht: Wie wird die Marke “Frankfurter Eintracht” wirtschaftlich eingesetzt? Wie wirkt sich der Pokalsieg 2018 und die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb auf Image und Umsatz aus? Wie wird eine Balance zwischen alten “heimischen” Eintracht-Fans und überregional neu hinzugekommenen Fans gehalten?

Die Frankfurter Eintracht ist ein mittelständisches Unternehmen, ausgestattet mit emotionalen Faktoren wie Liebe und Leidenschaft. Die “Eintracht” habe im Mai 2018 die Erwartung der Fans erfüllen können und den Pokalsieg errungen. Zur Einordnung skizziert Hellmann die Eintracht im Kontext der Bundesliga, der dritterfolgreichsten Sport-Liga weltweit. Voraussichtlich werden TV-Einnahmen der Bundesliga bei der nächsten Vergabe der TV-Rechte 2020 durch die eingetretene Marktsättigung nicht mehr steigen. Es stellt sich die Frage, wie weiteres Wachstum generiert werden kann.

Die Eintracht Frankfurt gewann im Mai 2018 gegen Bayern München den DFB-Pokal. Aktuelle Gravierung 2018.

Für die Frankfurter Eintracht stehe die Nutzung der Standortfaktoren im Fokus: Finanzplatz, optimale Verkehrsanbindungen, gelungene Migrationskultur und Weltoffenheit als Alleinstellungsmerkmale. Das Sponsorenumfeld ist von einer hohen Fluktuation gekennzeichnet, wesentlich mehr, als dies in familiengeprägten Wirtschaftsregionen wie Hamburg oder Stuttgart der Fall sei. Wir müssen uns die Liebe der Sponsoren immer neu erarbeiten., sagt Hellmann und führt weiter aus: Die Eintracht erziele pro Jahr inzwischen einen Umsatz von 150 Mio. Euro. 50 Mio. Euro werden in den Kader investiert.

Die Schwerkräfte im Fußball sind anders gelagert als in der übrigen Wirtschaft. Fußball lockt die Menschen in hoher Zahl an, Werbung ist dafür kaum notwendig. Mit Fußball lassen hohe Reichweiten in der digitalen Kommunikation erzielen. Die Amplitude zwischen Begeisterung und Enttäuschung ist hoch, aber sie ist genau die Antriebsenergie für eine intensive Kommunikation. Bei der Eintracht gehe es fast immer kräftig rauf und runter, das wirke sich auch digital aus. Die Eintracht sei in den vergangenen Jahren der Reichweiten-Meister in den sozialen Medien geworden. Die Leidenschaft der Fans ist offenbar größer als bei anderen Vereinen.

Die Attraktivität des Vereins ist ungebrochen groß, was sich auch daran zeige, dass Werbeflächen im Stadion, Logen und Sponsorenpakete voll ausverkauft sind. Bei Sponsorpaketen werde zum Teil auch erfolgsbezogen vergütet, was in der Bundesliga ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. Die digitale Reichweite sei ein wesentlicher Erfolgshebel geworden.

Bei Online-Aktionen (z. B. Umfragen) erziele die Eintracht inzwischen Rückmeldequoten von bis zu 35 Prozent, dies sei ein Spitzenwert. Eine Hürde für weiteres Umsatzwachstum sei die Rolle als Mieter im Stadion. Momentan mietet die Eintracht für die Heimspiele das Stadion von der Stadt an. Die Eintracht hat der Stadt vorgeschlagen, das Stadion für ganzjährig zu mieten. Die notwendige Modernisierung des Stadions wolle man sich mit der Stadt teilen. Dann könne die Eintracht das Stadion optimal vermarkten.

Der Verein Eintracht Frankfurt will in den E-Sport einsteigen wird und eine engere Verbindung mit dem Frauenfußball von FFC Frankfurt finden. Mit heute 60.000 Mitgliedern (4.800 Mitglieder im Jahr 2000) hat die Frankfurter Eintracht das stärkste Wachstum aller Bundesliga-Vereine.

DFB-Pokal 2018

(Fotos: Stefan K. Braun)

Dr. Stefan K. Braun, geboren in Solothurn (Schweiz), ist Dipl.-Ing. für Medien und Dipl.-Sachverständiger (BWA). Er studierte an der Hochschule der Medien in Stuttgart sowie an der Europäischen BWA Hochschule für Wirtschaft und Management in St. Gallen / Schweiz. Von 08/2013 – 02/2017 absolvierte er ein Promotionsstudium an der Comenius Universität, Fakultät für Management, in Bratislava (Slowakei). Dr. Braun ist Medieningenieur, Verleger, Herausgeber und Autor. Dr. Stefan K. Braun arbeitet heute als Medienexperte, Kommunikationsspezialist und Sachverständiger für Medienproduktion und Mediendesign in Frankfurt am Main. Er ist Autor zahlreicher Buch- Fachveröffentlichungen und vertritt als Delegierter der „Berufsgruppe Verleger“ die Rechte und Interessen der außerordentlichen und angeschlossenen Mitglieder der Verwertungsgesellschaft GEMA. Bei der IHK Frankfurt am Main ist er Mitglied in den Prüfungsausschüssen für Mediengestalter, Gestaltung und Technik Digital, Konzeption + Visualisierung, Beratung + Planung sowie Gründungsmitglied des Prüfungsausschusses Musikfachwirt/-in (IHK) in Frankfurt am Main. Dr. Stefan K. Braun hält Vorträge zu aktuellen Medienthemen und ist Lehrbeauftragter in den Bereichen Medienmanagement und Medienwirtschaft. Aktuelle Buchveröffentlichung: „Verhaltensabhängige Betrachtungen bei Piraterieabsichten“ in „Wissenschaft und Forschung (2017)“ (uni-edition, Berlin).

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